2. Bundesliga, Frauen:
„Neckarmädels“ fehlen zwei Sekunden zum Sieg
Was für ein Drama in der Charlottenburger Sporthalle. Zwei Sekunden haben der SG NTZ am Samstagabend zum ersten Sieg eines Nürtinger Teams in Berlin gefehlt. Der letzte Wurf von Jonna Schaube sorgte für den 36:36-Endstand – finaler Höhepunkt eines absolute spannenden Spitzenspiels. Das Remis zeigt Folgen: Neben der ersten Punktabgabe bedeutet es für die „Neckarmädels“ den Verlust der Tabellenspitze.
Besonders die letzten 108 Spielsekunden hatten es in sich. Zunächst egalisierten die „Füchse“ zum 35:35, doch dabei kassierte SG-Akteurin Maileen Seeger eine Zeitstrafe. In Unterzahl brachte trotzdem ein wuchtiger Wurf von Lisa Fuchs (neun Tore, erfolgreichste SG-Schützin) das 36:35 pro SG Nürtingen-Zizishausen, ehe die „Füchse“ noch egalisierten.
Um eine Szene hatte es einige Minuten zuvor reichlich Diskussionen gegeben: Als beim Stand von 30:30 mitten im Wurf von Lisa Fuchs das Spiel von den Schiedsrichtern unterbrochen wurde. Wie sich herausstellte, um etwas am Wettkampftisch zu besprechen. Allerdings hatten die Unparteiischen bereits kurz zuvor die Partie unterbrochen gehabt, die offenen Fragen schienen geklärt. SG-Trainer Manel Cirac zeigte sich hernach verärgert. „So etwas habe in meinen fast 30 Jahren im Handballsport noch nie gesehen.“ Er zeigte sich letztendlich von der Performance des eigenen Teams sehr angetan: „Ich bin extrem stolz auf die Leistung der Mannschaft, sie hat brutal gekämpft.“ Kapitänin Lisa Wieder trauerte ein wenig der besten Phase im Match hinterher, als die SG NTZ teils mit fünf Treffern vorne lag: „Wir sind nach Spielende schon sehr enttäuscht gewesen, die letzte Spielaktion war allerdings in Unterzahl schwer zu verteidigen. Es war auf jeden Fall ein Topspiel und das Unentschieden ist gerecht.“
Eine ganz besondere Geschichte in Berlin: Direkt nach der Halbzeitpause feierte Leonie Dreizler nach langer Verletzungspause ihr Comeback. Nürtingens Rückraumakteurin wirkte topfit, benötigte nur wenig Anlaufzeit. Ihr erste Wurf landete zwar noch am rechten Pfosten, keine Minute später versenkte sie den Ball zur 21:20-Führung. In der 40. Minute schoss Dreizler aus dem Rückraum ihren Treffer Nummer zwei. „Wir haben uns unendlich für sie gefreut“, kommentierte SG-Kapitänin Wieder das Comeback. Auch Coach Cirac zog verbal den Hut: „Leonie war rund elf Monate weg, und sie hat gleich wieder gezeigt, wie wichtig sie für uns ist.“
SG NTZ: Leenen, Sander; Fischer, Jaron, Wieder (1), Bühler, Nusser, Erhardt (3), Seeger (8), Luber (6/1), Dreizler (2), Fuchs (9/2), Distel (6), Treusch, Natalello (1).


