Pressemitteilung
TG Nürtingen erhält keine Lizenz für die 1. Bundesliga
Die TG Nürtingen hat in den vergangenen Monaten von etwas geträumt, das noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar schien: Handball-Bundesliga in Nürtingen. Gemeinsam mit einer Mannschaft, die sportlich Außergewöhnliches geleistet hat, mit Fans, die die Sporlastic-Arena zu einem der emotionalsten Standorte der 2. Bundesliga gemacht haben, und mit unzähligen Ehrenamtlichen, die diesen Weg überhaupt erst möglich gemacht haben. Umso größer ist nun die Enttäuschung: Die Handball Bundesliga Frauen (HBF) wird der TG Nürtingen keine Lizenz für die 1. Bundesliga erteilen.
Für den gesamten Verein ist diese Entscheidung ein schwerer Moment. Nicht, weil man die Anforderungen des Profihandballs nicht ernst nimmt – sondern weil man überzeugt war, tragfähige und verantwortungsvolle Lösungen aufgezeigt zu haben. Die TG Nürtingen hat fristgerecht umfangreiche Unterlagen, Konzepte und Vorschläge eingereicht. Darunter eine Übergangslösung zur Erweiterung der Sporlastic-Arena, Maßnahmen zur Erfüllung infrastruktureller Anforderungen sowie ein klarer Plan für gesundes und nachhaltiges Wachstum.
Der Verein war bereit, Verantwortung zu übernehmen – ohne dabei seine Identität, seine wirtschaftliche Vernunft und seine Wurzeln aufzugeben. „Natürlich akzeptieren wir die Entscheidung des Verbandes. Trotzdem tut sie weh“, erklärt der Sportliche Leiter Philipp Henzler. „Wir sind der Auffassung, dass die Statuten durchaus Spielraum für eine Übergangslösung bieten. Unser Ziel war nie ein Schnellschuss, sondern ein gesunder Weg in die Bundesliga – gemeinsam mit unserer Stadt, unseren Fans und unserer Heimat.“
Gerade dieser Weg war der TG Nürtingen besonders wichtig. Die Sporlastic-Arena ist weit mehr als nur eine Spielstätte. Sie ist Heimat, Identifikation und Herzstück des Vereins. Anstatt kurzfristig alles auf Risiko zu setzen oder die eigene Seele für den Profisport aufzugeben, wollte die TG bewusst einen nachhaltigen Weg gehen – mit provisorischen Lösungen, einem klaren Entwicklungsplan und der Perspektive, langfristig professionelle Strukturen wachsen zu lassen.
Doch genau diese Übergangslösungen wurden von der HBF nicht akzeptiert. Die Enttäuschung darüber sitzt tief – vor allem mit Blick auf die Mannschaft. Eine Mannschaft, die sich diesen Traum sportlich verdient hat. Eine Mannschaft, die Woche für Woche alles investiert, um sich mit den Besten messen zu können. „Es ist unglaublich bitter, wenn man es sportlich schaffen könnte, aber aus strukturellen Gründen nicht darf“, so Abteilungsleiter Fischer weiter. „Gerade für unsere Spielerinnen, unser Trainerteam und alle Menschen im Umfeld tut uns das besonders leid.“ Trotz allem will die TG Nürtingen ihren Weg nicht verlassen. Der Verein steht weiterhin für nachhaltige Entwicklung, Ehrenamt, Leidenschaft und Zusammenhalt. Die vergangenen Monate haben gezeigt, welches Potenzial in Nürtingen steckt – auf dem Feld, auf den Rängen und in der gesamten Region.
Die Entscheidung der HBF beendet deshalb keinen Traum. Sie verschiebt ihn. Die Verantwortlichen der Nürtingen werden weiter daran arbeiten, die Voraussetzungen für Spitzenhandball in Nürtingen zu schaffen. Mit Vernunft, mit Herz und mit der Überzeugung, dass sportlicher Erfolg und gesundes Wachstum zusammengehören müssen.
Denn eines hat diese Saison eindrucksvoll bewiesen: Nürtingen ist bereit für große Handballmomente!

